1. Wohnungssuche

 

Die Wohnungssuche in Lille ist spannend und kann sehr stressig sein. Unser Tipp daher: Sobald ihr wisst, dass ihr in Lille studieren werdet, macht euch auf den Weg dorthin und sucht vor Ort nach Wohnungen. Wenn Münster Ende Juni/ Anfang Juli bekannt gibt, welche Bewerber angenommen sind, habt ihr Glück, dass die Abiturienten in Frankreich ihre Ergebnisse gerade erst bekommen haben beziehungsweise erst noch bekommen (Bekanntgabe der Abiturergebnisse in Frankreich innerhalb der ersten Juliwoche). So könnt ihr noch vor ihnen den Wohnungsmarkt unsicher machen und habt natürlich noch eine größere Auswahl. Der Haken ist natürlich, dass ihr wahrscheinlich auch schon eher mieten müsst, als wenn ihr später sucht. Nehmt euch auch mehr als einen Tag Zeit, um eine Wohnung zu suchen. Dann seid ihr weniger unter Zeitdruck und findet am Ende auch etwas, wo ihr euch wirklich wohl fühlt.

1.1. Wo suchen? / Où chercher?

In Lille gibt es viele Anlaufstellen für Wohnungssuchende. Es kommt ganz darauf an, was ihr sucht, ob ihr lieber Privat- oder Maklerangebote ansehen möchtet. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Makleragenturen/ Agence immobilière

Oft wird gesagt, dass man beim Makler die anständigen und bei Privatanzeigen die verkommenen Wohnungen findet. Das ist so nicht richtig. Makler haben häufig mehr Angebote, können zuverlässiger sein als Privatanbieter und sind natürlich Experten auf ihrem Gebiet. Das heißt, wenn ihr eine Agentur gefunden dort einen Ansprechpartner habt, der sich um euch kümmert, kann das die Suche erleichtern. Gerade dann, wenn euer Französisch vielleicht noch nicht perfekt ist, ist es praktisch den Makler als Zwischeninstanz zwischen euch und dem Vermieter zu haben. So lassen sich Missverständnisse vielleicht eher Vermeiden und Fragen klären.

Allerdings zahlt man die Makler für ihren Service. Von Agentur zu Agentur beträgt die Maklergebühr zwischen 1 und 2,5 Kaltmieten. Hinzu kommt, dass Makleragenturen häufig verlangen, dass man einen französischen Bürgen vorweisen kann. Für Deutsche ist das natürliche eine große Hürde und kann der Unterzeichnung des Vertrags wirklich im Wege stehen. Es wird zwar gesagt, dass das EU- Recht solche Forderungen untersagt, aber ihr werdet dagegen kaum etwas tun können. In diesem Fall gilt: Findet einen Makler, der nicht diese Anforderungen stellt.

Makleragenturen gibt es in Lille wie Sand am Meer. Gebündelt findet ihr diese die ganze Rue Nationale entlang, dort reiht sich wirklich eine Agentur an die nächste. Auch in der Innenstadt und an der Place de la République, sowie auf der Rue Gambetta sind ein paar Agenturen. Geht einfach rein, schaut euch die Angebote an, und fragt nach einer Besichtigung. Häufig bekommt ihr gegen Vorlage des Personalausweises oder Führerscheins die Schlüssel direkt in die Hand. Ansonsten fährt ein Makler mit oder in seltenen Fällen werden Termine mit dem Vermieter oder dem derzeitigen Bewohner vereinbart.

Privatanzeigen/ Annonces de particuliers

Wie gesagt : Private Wohnungsanzeigen müssen nicht schlecht sein. Es gibt zahlreiche Internetseiten, auf denen Vermieter ihre Wohnungen und Zimmer anbieten. Wenn ihr dort etwas Ansprechendes findet, ruft ihr am besten direkt an und lasst nicht mehr viel Zeit verstreichen, bis ihr euch die Wohnung anseht. Denn gute Wohnungen sind schnell weg! Beginnt mit der Suche schon von zu Hause aus und versucht, möglichst viele Besichtigungstermine hintereinander zu vereinbaren.

Eine interessante Adresse ist auch das CROUS (74 rue de Cambrai in Lille-Moulins). Das ist meist die erste Anlaufstelle für Studenten auf Wohnungssuche. Dort könnt ihr euch melden, dann bekommt ihr eine Nummer. Mit dieser Nummer könnt ihr euch auf deren Server einloggen und könnt euch pro Tag bis zu 10 Angebote ausdrucken, die eurer Anfrage entsprechen könnten. Auch hier heißt es schnell sein, denn oft sind die Angebote schnell auch wieder vergeben.

Ansonsten könnt ihr auch das Glück haben, an schwarzen Brettern in Universitäten und Supermärkten Wohnungsanzeigen zu finden.
Oder fragt auch einfach mal bei Fifa-Leuten nach, die ihr beim Bewerbungsgespräch in Münster kennen gelernt habt. Wir haben Fifa-intern ein sehr gutes Netzwerk, das heißt Fifas, die derzeit in Münster sind haben immer auch Kontakt zu jenen, die Lille sind. Vielleicht hat ja auch da jemand eine Wohnung abzugeben. Der Wohnungstausch zwischen den Jahrgängen funktioniert sehr gut und unkompliziert

Nützliche Links:

http://www.sigla.fr/

http://fr.foncia.com/agence-immobiliere/Lille/

http://www.msimmo.com/fr/msi/agences/agence/1/MSI-LILLE .html

Wenn ihr bei google „agence immobilière lille“ eingebt findet ihr noch mehr Adressen

Crous: http://www.crous-lille.fr/p/etudiants

Private Wohnungsanzeigen im Internet

http://www.vivastreet.fr/

http://www.appartager.com/

http://www.seloger.com/

http://www.entreparticuliers.com/rs.com/

1.2. Was sucht ihr?  

Der Wohnungsmarkt in Lille ist vielfältig, es gibt Studentenwohnheime, Apartments und zunehmend auch WGs.

Studentenwohnheime

Man hört häufig, dass die Studentenwohnheime, sogenannte résidences étudiantes, unzumutbar seien. Entgegen dieser recht festgetretenen Meinung, wurden in den vergangenen Jahren sehr positive Erfahrungen gemacht. Die résidences bieten möblierte Wohnungen in der Regel zwischen 10 und 25m2 an. Diese verfügen über ein privates Badezimmer, eine Küchenzeile und einen Wohnraum und sind mit den lebensnotwendigen Möbel und Küchenutensilien ausgestattet. Zudem sind die Résidences gut gesichert (Zahlencodes an der Tür etc.) und es gibt einen Hausmeister, der bei Problemen und Fragen jederzeit zur Verfügung steht. Solche Wohnheime gibt es in jedem Stadtviertel. Allerdings sind die Apartments dort ein wenig teurer als viele andere Wohnungen. Es lohnt sich aber, sich die Zimmer zumindest mal im Internet anzusehen (s. Links im Kasten).

Apartments

Wie in jeder anderen Stadt auch, kann man natürlich einfach eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mieten. Je nach Bedarf schaut ihr dann bei den Anzeigen einfach unter den Bezeichnungen Studio und F1 oder T1 wenn ihr Einzimmerwohnungen und T2/ F2, T3/ F3 etc. wenn ihr Zwei- oder Dreizimmerwohnungen sucht. Mehrzimmerwohnungen eignen sich häufig auch als WGs.

WGs

Da WGs in Frankreich bis vor ein paar Jahren nicht sehr verbreitet waren, findet man nicht besonders viele Angebote für WGs. Darum gründen viele Fifas ihre eigene WG. Mittlerweile gibt es aber auch unter den privaten Wohnungsanzeigen im Internet die Rubrik WG, das heißt Colocation

Nützliche Links

Nützliche Links

Studentenwohnheime

http://www.sejours-affaires.com/residence-hoteliere- aparthotel-lille-169.html http://www.estudines.com/residence-logement-etudiant -lille-6-1.html http://www.lamy-residences.fr/residences-etudiantes/ lille/59/studea-lille-centre,309663.html http://www.lamy-residences.fr/residences-etudiantes/ lille/59/studea-sebastopol,309618.html

Sonst auch bei google einfach mal „Résidence étudiant lille“ eingeben, da findet ihr noch mehr.

Wir sollten vielleicht noch darauf hinweisen, dass der Standard bei Mietwohnungen in Lille allgemein etwas niedriger ist, als wir ihn von zu Hause häufig gewohnt sind. Verzweifelt also nicht gleich, wenn ihr nicht gleich die Wohnung findet, von der ihr träumt. Es gibt einen Haufen Schmuckstücke unter den Angeboten und wenn die Zimmer und Apartments eingerichtet sind, sieht das sowieso alles ganz anders aus.

1.3. Kosten

Bei der Wohnungssuche sind natürlich die Kosten immer eine wichtige Frage. Damit ihr auf alles vorbereitet seit hier ein paar Erläuterungen der Kosten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit eurem zukünftigen Heim stehen (andere Kosten wie Strom, Internet bzw. auch wie ihr Unterstützung vom französischen Staat bekommt siehe 2. Wohnung gefunden - Nächste Schritte/ Logement trouvé les démarches).

Miete / loyer

Die Mieten sind in Lille leider nicht die günstigsten. Mit 350-450Euro seid ihr wirklich gut dabei. Das kann aber auch bis 500 rauf gehen. Dabei solltet ihr darauf achten, was dabei schon beinhaltet ist. Toutes charges comprises heißt, dass die Nebenkosten schon mit einberechnet wurden. Allerdings kann man dann auch noch nicht sicher sein, was das genau heißt: Wasser, Gas,.... Fragt also genau nach!

Kaution / dépôt de garantie

Die meisten Vermieter werden wie in Deutschland auch von euch eine Kaution verlangen. Die liegt unterschiedlich zwischen 1-3 Kaltmieten. Hier versteckt sich auch noch eine kleine Vokabelfalle. Kaution wird nicht mit caution, sondern mit dépôt de garantie übersetzt. Nicht verwechseln!

Bürgschaft / caution

Das Wort caution gibt es auch, heißt aber Bürgschaft. Diese muss meist für einen Mietvertrag unterschrieben werden. Zum Bürgen eignen sich meist am besten eure Eltern. In einigen Fällen würden die Vermieter jedoch auch gerne eine(n) Franzosen/Französin haben.

Wohnungsversicherung / assurance d’habitation

Dazu kommt, dass ihr eine Wohnungsversicherung abschließen müsst. Diese braucht ihr entweder direkt zum Unterschreiben des Vertrages, häufig reicht es aber bis zum Termin der Schlüsselübergabe. Der Vermieter muss eben sicher sein, dass alles versichert ist, solange ihr dort wohnt. Natürlich gibt es dafür verschiedene Anbieter, auch bei Banken kann man solche Versicherungen abschließen. Ein Tipp von uns: die ADH ist günstig und unkompliziert. Auch wenn sie etwas außerhalb von Lille liegt (nehmt euch am besten einen Navi mit!), lohnt es sich vorbei zu fahren. Ihr wählt einfach zwischen etwa 5 verschiedenen Tarifen, je nachdem gegen wie viele Dinge ihr euch versichern wollt, bezahlt bar und bekommt die Bestätigung frisch ausgedruckt direkt in die Hand. Für eine 2er-WG bezahlt man für ein Jahr circa 60Euro.

Hier die Adresse:

1, rue des Promenades
BP 20144
59564 La Madeleine lez Lille http://www.adh-segia.fr/index.html

ACHTUNG: Wohnsteuer/taxe d‘habitation

Dieser Kostenpunkt kam für viele von uns in den letzten Jahren sehr überraschend, denn wir wussten nichts davon, dass es diese Steuer gibt! Anscheinend kommt man auch nur mit Glück drum herum. Es kann also sein, dass ihr im Laufe des Jahres Post vom centre d’impôts kriegt. Die wollen dann ein paar Infos von euch um die Steuer zu berechnen. Der Betrag ergibt sich größtenteils aus der Größe der Wohnung. Falls ihr keine Post bekommt, nicht zu früh freuen. Die schicken nämlich auch gerne später noch was nach Deutschland, um das Geld einzutreiben. Die Höhe der Steuer ist unterschiedlich, aber nicht unerheblich. Meistens liegt sie in etwa in Höhe einer Kaltmiete. Fragt am besten direkt mal bei eurem Vermieter nach. Die kennen das ja schon.